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Elvis und Beatles besuchten Narrenschar

Mit reichlich Musik, Witz und Tanz begeisterten die Aktiven aus

Feldkirchen ihr Publikum — Kinderprinz Thomas I. und Prinzessin Ilka I. inthronisiert

Die Proklamation eines eignen Kinderprinzenpaares stand im Mittelpunkt des karnevalistischen Abends, den die Gemeinde St. Michael veranstaltete. In der Aula der Landesblindenschule bewiesen die Feldkirchener einmal mehr, daß sie viele eigene Kräfte auf die Bühne bringen können.

FELDKIRCHEN. Auch wenn die Gemeinde St. Michael nur noch mit einer Sitzung (statt traditionell mit zwei Veranstaltungen) ihren Karneval feiert, so braucht sie sich doch um eigene Beiträge wahrlich keine Sorgen zu machen. Elf Programmpunkte bringen die Feldkirchener aus den eignen Reihen auf die Bühne. Gewürzt mit sieben Gastformationen aus der Deichstadt entstand so am Samstagabend in der Landesblindenschule ein tolles, abwechslungsreiches Programm.

Die Regentschaft von Prinz Thomas I. vom schnellen Galopp (Ullner) und Prinzessin Ilka I. von Barren und Sprung (Lauterbach) ist mit knapp drei Wochen sicherlich nicht allzu lang. Trotzdem gab es für die beiden und ihren Hofstaat eine angemessen feierliche Amtseinführung. Fabienne Krupica und Susi Stumpf flankierten den Aufmarsch des blauen Blutes als Funkemariechen, Hans Frickel gratulierte im Namen des RKK und Jo Hofmann war es schließlich als Präsident des Festausschusses der Stadt Neuwied, der Ilka und Thomas als Zeichen ihrer Macht den Schlüssel zum Wollendorfer Rathaus überreichte. Natürlich rückte auch der Hofstaat ins Rampenlicht: Sarah Siemeister und Kerstin Anheuser als Hofdamen, Florian Fischer und Luka Heep als Pagen und Timon Heep als Hofnarr. Und schließlich zeigte Tanzmariechen Sina Herbig zu Ehren des Prinzenpaars noch einen tollen Tanz.

Umjubelt vom Volk, zogen die närrischen Tollitäten schließlich aus, um den weiteren Abend auf der Bühne zu verfolgen. Und dort gab´s allerhand zu sehen: "Drei alte Schachteln" , hatten die Möhnen in Person ihrer Obermöhn Doris Walter, Ex-Obermöhn Magda Gierenstein und "einfach-nur-Möhn" Therese Scholz abgestellt. Was die drei Tenöre können, konnten diese Damen erst recht: Sie begeisterten mit Evergreens und Ohrwürmern.

Das Zwiegespräch von Beate Zwick und Marianne Meurer drehte sich dagegen und eher "anrüchige" Themen. Ihr "Telefonsex" ließ selbst eingerostete Zwerchfelle beben. In die Bütt stieg Dr. Heinz Lillig dann als "Fröhlicher Rentner". Mit ihm freute sich wie stets aus das Publikum.

Im Vorjahr hatte Karl-Heinz Seuser Bühnenpremiere gefeiert. Als Müllmann konnte er nun manch skurriles Erlebnis erzählen. Dagegen sind "Jupp und Lenchen" alias Peter und Gabi Rockenfeller schon ganz alte Hasen in der Bütt und hatten wieder mal manchen guten Gag im Gepäck.

Getanzt wird in Feldkirchen auch, das bewiesen nicht zuletzt die "Funky Diamonds" Als Cheerleader des SV Feldkirchen begann die Karriere der jungen Mädchen, jetzt begeisterten sie mit einem "Zauber der Finsternis". Wie in jedem Jahr fantasievoll und ausgefallen traten die "Madolinos" auf. In diesem Jahr hatten sie ihre Kostüme mit Puppen geschmückt und überzeugten durch eine außergewöhnliche Tanzshow.

Show ist auch das Motto der "Armleuchter", die nach einem geheimnisvollen Einmarsch als "Herren der Ringe" plötzlich zu "King" Elvis Presley umschwenkten und sogar eine Pyramide bauten. "Ab in den Süden" forderte dann die Gruppe "Cabaret" in neongelben Kostümen, Rastalocken und viel Feuer, bevor zu später Stunde "The famous Elverraters" mit fetziger Rockmusik einheizten. Als "Sergant Peppers Lonely Hearts Club Band" imitierten sie die Beatles auf einmalige Weise.

Doch nicht nur einheimische Gruppen trugen zum Gelingen des Abends bei. Die Ehrengarde der Stand Neuwied hatte schon früh am Abend ein erstes Highlight gesetzt., Protokoller Markus Schröder nahm feinsinnig die politische Lage auf Korn, die "Heißen Socken" schwebten als Gäste aus dem All in die Narrhalla ein. Eine Piratenschlacht lieferten sich die "Moonlight-Dancers" und die "Grün-Weiße Mädscher un Junge" brachten mit "Bella Italia" mediterranes Flair in die Aula. Natürlich durften auch das Prinzenpaar der Stadt Neuwied und die Stadtobermöhn nicht fehlen. Kein Wunder, daß Elferatspräsident Günter Stroth beim Finale Grund zum Strahlen hatte. Andrea Niebergall

Zit. n. Andrea Niebergall, Rhein-Zeitung Neuwied Nr. 19. Montag 24.01.2005 S.12